Ausgangslage/Biefing
Das Architekturbüro Partner und Partner Architekten beauftragte mich, den Entstehungsprozess eines mehrgeschossigen Holzbaus begleitend zu dokumentieren – von der Rohbauphase bis zur Fertigstellung. Ziel war es, sowohl die handwerkliche Qualität und Materialität des Holzbaus während der Bauphase einzufangen, als auch das fertige Gebäude in seiner architektonischen Wirkung und Einbettung in die Umgebung zu porträtieren. Die Bilder sollten später für Wettbewerbsunterlagen, die Website des Büros und Social-Media-Kommunikation einsetzbar sein.
Das Gebäude
Partner und Partner Architektur wurden von der Stiftung Schönau beauftragt, ein Mehrfamilienwohnhaus zu entwerfen, das Teil eines nachhaltigen Wohnquartiers in Holzbauweise in Brühl bei Heidelberg sein sollte. Die Stiftung Schönau strebt danach, ihre Bauprojekte in der Metropolregion Rhein-Neckar nachhaltiger zu gestalten und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
Das 4-geschossige Mehrfamilienwohnhaus mit 10 Wohnungseinheiten wurde in einer massiven Holzbauweise aus nicht verleimten Brettsperrholzwänden und Brettstapeldecken errichtet. Dabei wurden zum großen Teil Hölzer aus dem stiftungseigenen regionalen Forstbetrieb verwendet.
Fotografische Umsetzung
Während der Bauphase lag mein Fokus darauf, die Ästhetik des Entstehungsprozesses sichtbar zu machen – die rohe Materialität des Holzes, die klaren Linien der Konstruktion, das Zusammenspiel von Licht und Schatten zwischen den Holzelementen. Statt reiner Dokumentation ging es darum, Prozesse und Materialität zu emotionalisieren: Massive fliegende Holzwände, Verbindungsdetails, die Menschen bei der Arbeit – all das erzählt die Geschichte, wie aus Plänen Realität wird.
Nach Fertigstellung übersetzte ich die architektonische Idee in Bilder – die klare Formensprache, die Fassadengestaltung, das Zusammenspiel von Holz mit anderen Materialien. Neben Gesamtaufnahmen, die das Gebäude in seinen städtebaulichen Kontext setzen, rückte ich auch Details in den Fokus: Linienführung, Lichtverläufe über die Fassade, Materialübergänge und gestalterische Details, die die Handschrift der Architekten erkennbar machen. So entstehen Bilder, die den Charakter und die Intention des Gebäudes vermitteln – verbindlich, nahbar und mit dem nötigen werblichen Anspruch, ohne die dokumentarische Authentizität zu verlieren.
Es handelt sich um drei unterschiedliche Wohnungstypen pro Geschoss, die jeweils über eine großzügige Loggia verfügen. Diese drei Wohnungstypen sind als zusammengesteckte Baukörper auch von außen erkennbar.
Durch Einsatz einer Drohne konnte ich diese Verschachteln der drei Wohnungstypen veranschaulichen und greifbar machen.
Die Glasfassade dient als Bewitterungsschicht und zugleich als aktiver Energiespeicher. Im Winter funktioniert die erwärmte Luft als transparente Wärmedämmung, und im Sommer kühlt die zirkulierende Luft die Wandoberfläche ab.
Die mit Holzschrauben verschraubte Holzoberfläche der nicht verleimten Außenwände bleibt hinter der Profilbauglasfassade sichtbar.
Nutzung durch den Auftraggeber
Die Bilder dienten Partner und Partner Architekten als Referenzmaterial für Wettbewerbseinreichungen, in denen die Gegenüberstellung von Bauprozess und Ergebnis die Realisierbarkeit und Qualität des Entwurfs überzeugend belegte. Zusätzlich fanden die Aufnahmen Verwendung auf der Website als Projektreferenz sowie in der Social-Media-Kommunikation, um die architektonische Vision einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und neue Auftraggeber auf die Qualität und Professionalität der nachhaltigen Arbeit aufmerksam zu machen.
Haus "ohne" Dämmung, Brühl
Architekten: Partner und Partner